Fanbotschaften gehen nach Osten PDF Drucken
Samstag, 28. November 2009 um 19:29 Uhr
„Die Fanbotschaften werden während der Fußballmeisterschaften 2012 in Polen und in der Ukraine ein wesentlicher Bestandteil des integrierten Sicherheitskonzeptes sein“, meint Dariusz Łapiński von PL.2012, die in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Sport und Tourismus internationale Workshops unter Teilnahme von polnischen Veranstaltern, ausländischen Experten und Vertretern der Fan-Vereinigungen in Warschau organisierte. SIEHE VIDEOFILM!

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„Entsprechende Vorbereitung dieses Projekts wird den EURO 2012-Gästen das Sicherheitsgefühl verleihen, Orientierung im fremden Land erleichtern und Gewinnung praktischer Informationen ermöglichen“, betont Łapiński, der während des Samstagstreffens die Rolle und den Platz der Botschaften im Konzept des sog. „weichen“ Sicherheitssystems des Turniers in Polen vorstellte.

Die Idee der Fanbotschaften – einer Initiative, die sich unter Fans entwickelte – hat bereits eine fast 20-jährige Geschichte. Zum ersten Mal waren freiwillige uneigennützig ihren Landsleuten helfende Fans aus England und Deutschland während der Weltmeisterschaften in Italien zu treffen. 1996 entstanden erste stationäre Botschaften und vier Jahre später erste mobile Teams an kritischen Orten in Gastgeberstädten.

Das Konzept der Einbeziehung von Fans für Fans und positive Ergebnisse ihrer Arbeit verleiteten die UEFA die Initiative zu ambaskibic1unterstützen. Am Anfang war es nur organisatorische Hilfe und seit dem Jahre 2004 ist es auch finanzielle Förderung. In Österreich und in der Schweiz unterstützte die UEFA die Organisation von Botschaften mit 360 Tausend Euro, und in Polen und in der Ukraine sollte der UEFA-Zuschuss bis auf eine halbe Million Euro erhöht werden.

„Das Football Supporters Europe Netzwerk FSE, im Rahmen dessen 16 Länder-Initiativen zusammenwirken, begann die Umsetzung des Projekts "Fanbotschaften gehen nach Osten"“, teilte Daniela Wurbs, die FSE-Vertreterin während des Treffens am Samstag mit. Sie erklärte, das Ziel des Zusammenschlusses sei die Übermittlung von Erfahrungen, Hilfeleistung bei der Einrichtung von Fanbotschaften und Förderung dieses Konzepts in Polen und in der Ukraine, und auch in anderen Ländern von Mittel- und Osteuropa.

„Dort, wo Fans zu Tisch eingeladen wurden, kam es zu weniger Problemen während der Veranstaltung und häufig durch die Medien geschilderte düstere Szenarien über das +Festival des Rowdytums+ haben sich nicht verwirklicht“, sagte Wurbs. Sie betonte, dass es unter anderem dank dem Engagement der Freiwilligen von Fanbotschaften bei früheren Meisterschaften gelungen sei, viele Missverständnisse abzuwenden und sich entwickelnde Konflikte, die im Laufe der Zeit einen gefährlichen Charakter hätten annehmen können, zu beseitigen.

„Die Idee besteht in der Organisation der Hilfeleistung für Fans seitens der Personen, die aus einem bestimmten Land kommen und mit ihren Landsleuten arbeiten“, erklärt Dariusz Łapiński. „Von Anfang an arbeiteten in Botschaften Menschen, die auf eigene Kosten kamen und ihren Urlaub dafür opferten.

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Daher sollten sowohl die Gastgeberstädte als auch lokale Fan-Vereinigungen das Konzept unterstützen und organisatorische Hilfe anbieten. Unsere Aufgabe wird unter anderem folgendes umfassen: Nennung von Standorten und Einrichtung der Stände, Ausbildung von Mitarbeitern der Botschaften und Gewährleistung des direkten Kontakts zu Veranstaltern und zu sowohl Stadion-, Stadt- als auch staatlichen Sicherheitsdiensten“.

Die Idee der Fanbotschaften wurde von den an den Workshops teilnehmenden Vertretern der Fan-Vereinigungen herzlich begrüßt. Sie wiesen jedoch auf die Gefahr für das Fanmilieu von bestimmten Klubs hin, die ihrer Meinung nach die Organisation der Meisterschaften herbeiführen könne. Die Kommerzialisierung von Fußballveranstaltungen, Steigerung der Ticketpreise, Neigung der Behörden zu vorbeugender Pönalisierung der Frechen, Abschaffung von Tribünen mit Stehplätzen könne nach Ansicht von „Löwen des Nordens“, einer Fan-Vereinigung des Fußballklubs aus Danzig Lechia Gdańsk dazu führen, dass „richtige“ Fans aus den Stadien verjagt werden und Fans „in Krawatten“ ihren Platz annehmen. Sie machten auch gleichzeitig darauf aufmerksam, dass EURO 2012 auch zahlreiche günstige Änderungen nach sich ziehen werde: moderne Stadien, Ausbau der Infrastruktur und auch Förderung des Fußballs u.a. durch den Bau von hunderten Fußballplätzen für Jugendliche.

Daniela Wurbs beruhigte aber die Fans von Lechia und erinnerte daran, dass ihre Kollegen aus anderen Ländern ähnliche Befürchtungen gehabt hätten, die aber nicht verwirklicht worden seien. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass beide Gruppen: feurige Fans und diese in Krawatten friedlich auf den Tribünen zusammenleben können, und „richtige“ Fans ihren Platz im Fußballshow immer haben werden.

QUELLE: PAP
FOT. PL.2012
FILM: PL.2012